Mittwoch, 29. Juli 2026

Warten ...


Kennst du dieses Smiley, das die Hand unter das Kinn hält und sehr nachdenklich aussieht? 
Es denkt nach und es scheint zu warten. Wartest du auch manchmal? Ich hatte oft das Gefühl, dass das Leben eigentlich mehr oder weniger aus "Warten" besteht. Man wird geboren und wartet auf Essen, Trinken und Schlaf. Als Kleinkind wartet man auf den Kindergarten, als größeres Kind auf die Schule, die Pubertät. Als junger Erwachsener wartet man dann auf das Abitur oder den Realschulabschluss und anschließend auf die Ausbildung oder das Studium an der Uni. 
Im Anschluss daran wiederum wartet man auf das Auslandsjahr oder auf den Ehepartner, dann auf eigene Kinder, auf den Beruf. Im Alter wartet man auf die Rente und die Enkelkinder.

Soweit der Plan. Aber manchmal läuft es im Leben nicht so, wie gedacht. Eigentlich nie. Wir planen etwas und dann macht Gott etwas ganz anderes. Wir suchen nach dem nächsten Schritt - und oft genug ist es die Suche nach der sprichwörtlichen "Nadel im Heuhaufen". Wenn es zu lange dauert, werden wir ungeduldig. Wir fragen uns, ob wir vielleicht etwas "falsch gemacht" haben. 

In der Bibel gibt es viele Menschen, die sehr lange auf etwas oder jemanden gewartet haben. 

Zum Beispiel Abraham und Sarah, Mose, David, Ruth... Man könnte die Liste endlos fortsetzen.

Wir warten und Gott schweigt sich aus. Vielleicht lässt er gerade Vertrauen und Geduld in uns wachsen. Aber das mögen wir gar nicht. In einer Instant-Gesellschaft muss alles immer sofort geschehen. Wir müssen leisten, um uns gut zu fühlen. Dazu verdammt uns die Gesellschaft, manchmal auch unsere Familie.

Doch oft ist das "Gute des Besten Feind". Woher sollen wir wissen, was Gott wirklich von uns will? Gute Frage. In der Bibel steht in Sprüche 19, 21: "Der Mensch macht viele Pläne, aber es geschieht, was der HERR will." (Hfa) 

Wenn du dich beim nächsten Mal fragst, ob du etwas falsch machst oder warum Gott nicht antwortet, dann warte noch ein bisschen. Du musst die Hände nicht in den Schoß legen und nichts tun. Aber du brauchst dich auch nicht zu stressen. Gott hat sein bestimmtes Timing, in dem er dir offenbart, was du für ihn tun darfst. Du schaffst es nur mit seiner Vorbereitung, in seiner Kraft, in seinem Timing und in seiner Ruhe. Gott führt dich, er leitet dich mit seinen Augen (Ps 32, 8).

Gott hat dir Gaben gegeben und er wird diese auch einsetzen. Verlass dich drauf! Denn in der Bibel steht in Psalm 37, 5: "Befiehl dem HERRN dein Leben an und vertraue auf ihn, er wird es richtig machen." (Hfa)

Gott segne dich!


Freitag, 5. Juni 2026

Keine Zukunft?


Viele Menschen - vor allem junge Menschen - heute glauben, sie hätten keine Zukunft. Was ist bloß los mit der Welt? Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Tsunamis, Krieg in vielen Ländern, Ressourcen—Knappheit, Epidemien wie Corona, hohe Scheidungsrate, Kinderlosigkeit, unheilbare Krankheiten, moralischer Verfall in Ehe und Familie, Hetze auf Social Media und Mobbing, Arbeitslosigkeit... 

Das macht nicht gerade Laune. Das klingt eher nach Unsicherheit, Angst, vielleicht irgendwann auch Bitterkeit. 

Verständlich, diese Gefühle? Oder?

Christinnen und Christen haben es natürlich auch nicht leichter. Aber sie haben jemanden, an den sie sich wenden können. Nämlich Jahwe, Gott.

Der sagt in seinem Wort, der Bibel, in Jeremia 29, 11: 

"Denn ich allein weiß, was ich mit euch vorhabe: Ich, der HERR, habe Frieden für euch im Sinn und will euch aus dem Leid befreien. Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung. Mein Wort gilt!" 

(Übersetzung: Hoffnung für alle)

Echt jetzt? Das klingt erst einmal ein bisschen wie "Wohlstandsevangelium". Ich bemühe mich, Gott gehorsam zu sein und seinem Willen gemäß zu leben, und dann segnet Gott mich und mein Leben läuft rund, auf jeder Ebene, sei es in Job, Familie und Gemeinde.

Ganz so stimmt das jedenfalls nicht. Gott möchte, dass wir seinen Willen tun und auch, dass wir ihm gegenüber gehorsam sind, wenn wir uns Christinnen oder Christen nennen.

Allerdings geht der Vers aus Jeremia 29, 11 viel weiter. Der historische Kontext des Verses ist folgender: Die Israeliten wurden nach Babylon verschleppt. Dort leben sie jetzt. Natürlich hoffen sie auf eine schnelle Rückkehr nach Israel. Doch Gott lässt ihnen durch den Propheten Jeremia sagen: Es dauert noch lange. Ihr müsst noch viele Jahre im Exil leben. Klingt sehr entmutigend, finde ich. Jeremia empfiehlt den Israeliten sogar, Häuser zu bauen, zu heiraten und eine Familie zu gründen. Das kann dauern...

Was der Vers 11 aus Jeremia 29 eigentlich ausdrücken soll, ist Folgendes: Jahwe (Gott) hat sein Volk Israel eben nicht vergessen. Er verfolgt trotz der Not der Israeliten einen guten Plan mit ihnen.

Die sofortige Lösung des Problems "Exil" ist noch nicht da. Und trotzdem schenkt Gott durch Jeremia Israel Hoffnung. Hoffnung dauert manchmal an. Ist es nicht bei uns heute oft auch so?

Menschen in Kriegs- und Krisengebieten warten auf Frieden. Der Mensch, der an Krebs erkrankt ist, wartet auf Heilung, Menschen, die Single sind, warten auf einen Partner. Arbeitslose Menschen warten auf einen Job. Alleinerziehende Mütter oder Väter warten darauf, dass aus ihren Kindern etwas wird, obwohl sie manchmal nicht wissen, wie sie das hinbekommen sollen. Arme Menschen warten darauf, mehr Geld zu bekommen, um Essen und Trinken kaufen zu können. Ausländerinnen und Ausländer warten darauf, ihre Familie und Verwandten in ihrem Land besuchen zu dürfen. Die Liste könnte man noch unendlich lang weiterführen. Worauf wartest du? Worauf warten Sie?

Das Leben in dieser Welt war zu keiner Zeit einfach. Nicht als Hitler regierte, nicht als Atomkraftwerke explodierten, nicht als die Spanische Grippe oder die Corona-Pandemie wütete. Auch heute ist das Leben in vielen Ländern und bei vielen Menschen nicht gerade als leicht zu bezeichnen. Menschen müssen Leistung bringen und sich finanziell und anderweitig über Wasser halten. Viele Menschen sind einsam.

Gott hat uns niemals ein einfaches Leben versprochen, außer in der Ewigkeit, wenn hier auf der Erde der Vorhang fällt und alles vorbei ist. Wenn Menschen, die an Jesus geglaubt haben, bei ihm sind oder die Welt schlussendlich untergeht.

Trotzdem verspricht Gott, an ihn gläubigen Menschen, treu zu sein, sich um sie zu kümmern. Ihnen alles zu geben, was sie zum Leben brauchen. Und das, obwohl er das doch gar nicht nötig hätte, uns kleinen Menschen hinterherzulaufen.

Gott war in meinem Leben immer treu. Und wenn es noch so tief durchs Tal ging. Jahwe ist treu!

Das kann ich mit meinem Leben bezeugen.

Jetzt bin ich dankbar für Gottes Segnungen in meinem Leben und versuche, das Leben anderer Menschen ein bisschen einfacher zu gestalten, indem ich alles in meiner Macht Stehende tue, um ihnen zu helfen.

Das macht wirklich Freude und nicht das neueste Smartphone oder eine schöne Reise. Ich liebe Reisen und Smartphone und ich bin dankbar dafür. Trotzdem ist Gott und sind seine Menschen das Wichtigste in meinem Leben. Denn: Nur in Gott findet meine Seele zur Ruhe (vgl. Psalm 62, 6).

Gott meint es gut mit uns. Das ist kein plakativer Satz, sondern die Wahrheit. Jeder, der sie erlebt hat, kann mir hier zustimmen.

Gib/Geben Sie bitte nicht auf! Manchmal steht man kurz vor dem Durchbruch, wenn man Gott vertraut und bis zum Ende durchhält. Jahwe ist auch da in deiner/ in Ihrer Trauer, beispielsweise um einen geliebten Menschen.

Er lässt niemanden im Stich. Gott hat gesagt: "Ich lasse dich nicht im Stich, nie wende ich mich von dir ab." (Hebräer 13, 5; Hoffnung für alle)

Gott ist treu. Er bringt jede und jeden durchs Leben. Darauf kann man sich zu 100 % verlassen!


Donnerstag, 11. Dezember 2025

Weihnachten entkernt


Möchte man ein baufälliges Haus renovieren, so werden alle nichttragenden Innenwände, Türen und Deckenkonstruktionen sowie Bodenbeläge demontiert. Auf Deutsch heißt das, alles, was brüchig und somit gefährlich ist, wird entfernt.

Eines Tages wollte ich zur Entspannung einen Weihnachtsfilm sehen. Ich hatte gerade sehr schwierige und traurige Lebensumstände zu verarbeiten. Meine Hoffnung wurde jäh enttäuscht. Anstelle einer romantischen Komödie, bekam ich wieder einmal die nackte Realität zu spüren.

Im Film ging es um Folgendes: Eine Frau (Kati) wollte ein Kind von ihrem Freund und ihn heiraten. Ihr Freund allerdings war überhaupt nicht begeistert. Beide hatten vor, über Weihnachten auf die Insel Mauritius zu fliegen. Ein Tag vor Abflug stritt sich also das Paar und Kati rief ihre Schwester an. Sie fuhr zu ihr, um Weihnachten mit der Familie zu feiern und das - ohne ihren Freund. Sie trennte sich von ihm.

Außerdem war die Mutter des Mannes der Schwester eingeladen. Einige Zeit später kam auch noch die Mutter der beiden Schwestern hinzu, uneingeladen. Noch etwas später kam dann Kati bei der Familie ihrer Schwester an. Außerdem gab es noch 2 Kinder, ein kleines Mädchen und einen Jungen, in der Pubertät.

Und dann ging es los. Jeder brachte seine Schwächen mit. Es ging bei der Übernachtung in welchem Zimmer auch immer los, über die Benutzung des Bads, das Kochen, das Schmücken des Weihnachtsbaums und so weiter und so fort. Die Mutter von Kati und ihrer Schwester brachte für ihre Enkelin als Weihnachtsgeschenk auch noch eine Ratte namens Fritzi mit. Allerdings hatte die Familie eine Katze. 

Obwohl man sich alle Mühe gab, gab es immer wieder Sticheleien und Streitereien. Alle Klischees wurden bedient und verletzende Worte von Jung und Alt eingebracht.

Eigentlich hatte ich gehofft, der Film würde noch besser werden und ein gutes Ende hervorbringen. Pustekuchen. Am Ende betrank sich die Schwester von Kati und aufgrund der Ratte und einer brennenden Kerze ging der Weihnachtsbaum in Flammen auf.

Aber das war noch nicht das dicke Ende. Kati schlich sich davon und fuhr mit dem Auto zum Flughafen. Dort angekommen, ist der Flieger nach Mauritius gerade weg. Sie setzt sich auf einen Flughafenstuhl und beginnt zu weinen. Doch auf einmal schwenkt die Kamera auf ihren Freund, von dem sie sich ja getrennt hatte, und er wünscht ihr Frohe Weihnachten. Die Zuschauer glauben nun, es wird doch noch alles gut. Ähm... nein. Der Freund sagt nun zu Kati. Jetzt feiern wir Weihnachten... mit meiner Familie!

Als letztes nimmt die Kamera Katis bedröppelten Gesichtsausdruck auf. Vermutlich denkt sie: Oh nein! Nicht schon wieder. Das ist das Ende des Films und dann kommt der Abspann.

Meiner Ansicht nach wurde Weihnachten hier komplett entkernt. Der Fokus lag auf dem Unwesentlichen, dem Konsum. Deshalb ist alles Äußerliche, Oberflächliche, Unwesentliche verbrannt, wie dieser Weihnachtsbaum.

Wie gesagt: Ich war maßlos enttäuscht von dem Film. Streng genommen war der ganze Film sehr negativ. Genau wie in der Realität dieser Welt. Doch dann dachte ich: Halt. Nicht so schnell. Es gibt doch durchaus auch viele positive Aspekte auf dieser Erde. Da wären zum Beispiel: Gottes (Jahwes) wunderbare Schöpfung. Ich erinnerte mich an meine vielen Aufenthalte in Japan, an Mount Fuji, an die wunderschöne Schöpfung Gottes, bestehend aus Blumen, Wäldern, dem Ozean und Tieren. Weiterhin erinnerte ich mich an das wunderbare Essen, an Gerüche, an das schöne Wetter, an Wanderungen, etc.

Doch gehen wir noch ein Stück in die Vergangenheit. Jesus, der Sohn Gottes, verließ den Himmel - ein geistlicher Begriff - der die Gegenwart Gottes beschreibt. Unglaubliche Schönheit, Strahlendes, Vollkommenes, Liebe - das Wesen Gottes, unglaublicher Friede, Hoffnung, Geborgenheit...

Das alles verließ Jesus, um Mensch zu werden und um auf diese Erde, die doch so von Zerbruch, Krankheit, Krieg und Zerfall gekennzeichnet ist, zu kommen. Um Zeit mit Menschen zu verbringen, um von den Pharisäern verspottet zu werden, um unter den Römern und Juden zu leiden, und letztlich um grausam an einem Kreuz zu sterben, verleumdet von Juden und Römern.

Und das alles nur, damit es uns Menschen besser geht. Damit wir wieder frei von Schuld sind und in Gottes heilige Nähe kommen können. 

Da kann ich nur sagen: Herzlichen Dank, lieber Jesus! Danke, dass du das getan hast. Nun habe ich Hoffnung auf das ewige Leben in Gottes Herrlichkeit - ganz ohne Krankheit, Krieg, Einsamkeit, Trauer, und ganz ohne brennenden Weihnachtsbaum und Konsum. 

Viele Menschen in Deutschland und weltweit feiern Weihnachten, obwohl sie die Botschaft von Jesus Christus entweder nicht kennen oder nichts davon wissen wollen.

Ein guter Freund sagte mir neulich, er wisse nicht so recht, ob er sich über die vollen Kirchen an Weihnachten und Ostern freuen oder ob er doch lieber darüber weinen solle.

Egal, welche Einstellung man zu Weihnachten hat, was am Ende des Lebens bleibt, ist die Hoffnung - nämlich Jesus Christus: die Hoffnung der Herrlichkeit Gottes.

Amen. - Frohe Weihnachten!


Freitag, 28. November 2025

Angst oder Glaube..?


Angst oder Glaube?

Manchmal passiert es ganz plötzlich oder verstärkt nacheinander. Der Tod kommt um die Ecke. 

Er verschlingt sehr junge Menschen, alte Menschen, kranke Menschen, geliebte Menschen, fröhliche und besonders nette Menschen... 

Familie, Freunde, Kollegen, Nachbarn erfahren vom Tod eines geliebten Menschen. Und dann kommt der Schock... Sie hören die Worte, aber sie können sie nicht glauben. Der geliebte Mensch ist tot. Wie kann das sein? Gestern habe ich doch noch mit ihm oder ihr gesprochen, mit ihm oder ihr gelacht, getanzt, gefeiert. Und jetzt? Der Mensch ist weg... einfach so. Er kommt nicht wieder. 

Nach der Phase des Schocks kommt die Trauer und die Frage, die kleine Kinder ihren Eltern oft stellen: "Warum?" Bei uns Christen ist das nicht anders. Vielleicht fragen wir: Warum, Gott? Warum dieser Mensch? Warum jetzt? Warum ich? Warum wir? 

Auf die Frage nach dem Warum erhalten wir oft keine Antwort von Gott. Im Gegenteil. Wir schauen uns um. Das Leben geht einfach weiter. Die Menschen arbeiten, schlafen, feiern, essen, trinken, heiraten, gründen Familie. Es geht alles immer so weiter. Und du fragst dich, warum? Soll ich jetzt einfach weitermachen, wie gehabt? Der geliebte Mensch ist in meinem Kopf und in meinem Herzen. Ich muss immer an ihn denken. 

In meiner Verzweiflung und Trauer, erinnere ich mich an meinen Vater im Himmel, an Jahwe. Er flüstert mir zu: "Ich bin da." "Ich bin bei dir. Hier. Jetzt." "Hab keine Angst." "Sei still und erkenne, dass ich Gott bin." (Ps 46, 11) "Ich hab alles im Griff." "Es ist schrecklich. Aber sei getrost." "Ich leide mit dir. Du bist nicht allein." "Ich führe dich durch diese furchtbare Zeit hindurch." "Mein Name ist Jahwe; d. h. Ich bin, der ich bin." Und: "Ich bin für dich da. Immer." "Komm in meine Arme, mein Kind. Lass dich von mir trösten.

"Ich leide mit dir. Ich habe meinen Sohn, Jesus, für dich sterben lassen. Ich weiß, wie sich Verlust anfühlt. Ich weiß es aus erster Hand."

Und dann fällt mir ein Psalm aus der Bibel, dem Wort Gottes, ein. Der Psalm 23. Er geht in etwa so:

Jesus, der Sohn Gottes, ist mein Hirte; nichts wird mir fehlen. Jesus weidet mich auf einer grünen Aue und führt mich zum frischen Wasser. Er tröstet meine Seele. 

Jesus führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und auch, wenn es durch das finstere Tal geht - durch Trauer, Tod und Schmerz - fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, Jesus; dein Stecken und Stab trösten mich. 

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl und schenkst mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, weil du Jesus bei mir bist; und ich werde bleiben in deinem Haus für immer.

Und dann sage ich leise Ps 23 vor mich hin. Ich rede mit meinem Papa im Himmel über die geliebte Person. Dann schweige ich vor Jahwe, der allmächtig, allwissend und allgegenwärtig ist, und mich kleinen Menschen trotzdem so liebt, wie ich bin, als sein Kind. Ich vergieße Tränen über den geliebten Menschen. 

Dann stehe ich auf und beginne den Tag, an der Hand meines Gottes, Jahwe.

Und anschließend weine ich mit den Weinenden (Röm 12, 15). Ich sitze bei den Menschen, die leiden und weinen. Ich bin für sie da, so wie mein Papa Jahwe für mich da ist.

Und das reicht...

Ich kann die Welt nicht erklären, ich kann das Leid nicht erklären. Aber ich weiß, Jahwe ist da! Das gibt mir Trost und Hoffnung. Mir und durch mich den Menschen um mich herum.

Amen.



Freitag, 15. Dezember 2023

Wie geht es dir?




 

Wie geht es dir? Die meisten Menschen antworten auf diese Frage, indem sie einen ganzen Katalog mit Dingen auflisten, die sie noch machen müssen. Gut und schön.

Aber eigentlich ist das nicht die Antwort auf die Frage.


Und auch die Frage müsste eigentlich lauten: Wie geht es deinem Herzen?

Bist du vielleicht gerade traurig oder fröhlich? Lustig oder deprimiert? Voller Erwartung oder hast du bereits aufgegeben? Bist du romantisch oder inzwischen abgeklärt?


Vielleicht herrscht in deinem Land gerade Krieg. Oder du bist dankbar für Frieden. 

Vielleicht leidest du oder einer deiner Angehörigen gerade an einer Krankheit? Vielleicht ist jemand gestorben oder du hast einen Verlust anderer Art erlebt?


Wie auch immer du gerade drauf bist, da ist einer, der dich sieht. Es ist Jesus, der Sohn Gottes. Er nennt sich unser Hohepriester. Warum? Weil er alles Leid, das wir erleben, selbst durchgemacht hat. Weil er für Krankheit, Leid und Schmerz selbst den Tod auf sich nahm. Für uns. Jetzt kann er mit uns mitleiden. Er versteht uns. Und er liebt uns bedingungslos.

 

In unserer heutigen Zeit habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen gerade leiden, krank sind, Schmerzen haben, sich im Kriegszustand befinden oder einen Verlust erlitten haben. Jesus versteht diese Menschen. Er möchte ihnen nahe sein. Die einen verstehen das und nehmen sein Angebot an, bei ihnen zu sein und ihnen zu helfen. Die anderen schlagen das Angebot aus. Sie wollen selbst mit ihrem Leben zurechtkommen. Aber funktioniert das? Ich denke nicht. Nur, das wollen sie nicht wahrhaben. 

Solange alles gut läuft, vermissen sie Gott auch nicht. Aber vielleicht werden sie ihn vermissen, wenn es ihnen schlecht geht. 

Denn Jesus ist das Beste, das ihnen passieren kann.


In der Bibel, in Psalm 62, Vers 9 heißt es: 

"Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, / schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht." (LUT 2017)


Das ist wie mit einer Mülltonne. Man wirft allen Restmüll hinein. Sortiert ihn nicht aus.

Und wenn die Müllabfuhr kommt, dann schütten die Müllmänner die ganze Tonne aus. Sie sortieren nichts. 


Genauso können wir das bei dem Gott Jahwe auch machen. Wir laden unsere ganzen Sorgen, Ängste, Bedürfnisse, Schmerzen etc. bei ihm ab. Und Jahwe sortiert auch nicht. Er entsorgt den Müll einfach. Und wir: Wir sind frei davon! 


Oder es ist wie bei einem Briefkasten. Wir werfen den Brief ein. Aber wir können ihn nicht zurückholen. So sollten wir es mit den Sorgen und Ängsten auch machen. Wir werfen sie bei Jahwe ein, aber wir holen sie nicht zurück. Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan. 

Trotzdem sind wir frei, wenn wir das tun. Ganz frei!


Und das Gute ist, Gott kümmert sich um unseren Müll. Er räumt ihn nämlich weg. Und er kümmert sich um unsere Briefe. Er beantwortet sie. Auf seine Weise und zu seiner Zeit.


Wenn du dich beim nächsten Mal fragst, wo Gott denn sei, wenn du leidest, denk an den Briefkasten und wirf deinen Brief in Form eines Gebets ein, egal ob mündlich oder schriftlich.


Gott segne dich.


Montag, 21. Dezember 2020

Vertrauen - aber wie?

Gedenkt aber der früheren Tage, an denen ihr, die ihr erleuchtet wurdet, erduldet habt einen großen Kampf des Leidens, indem ihr zum Teil selbst durch Schmähungen und Bedrängnisse zum Schauspiel geworden seid, zum Teil Gemeinschaft hattet mit denen, welchen es so erging. Denn ihr habt mit den Gefangenen gelitten und den Raub eurer Güter mit Freuden erduldet, weil ihr wisst, dass ihr eine bessere und bleibende Habe besitzt. Darum werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Geduld aber habt ihr nötig, auf dass ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt.

(Hebräer 10,32-36; Luther 2017)

In diesem Text geht es um das Opfer Jesu. Zur Zeit des Alten Testaments mussten die Israeliten ständig Tiere opfern - für jede Sünde, jedes Vergehen. Dies war sehr anstrengend und dauerte lange an.

Aber dann sandte Gott seinen Sohn Jesus, den Erlöser. Er kam, um ein für alle Mal das Opfer, das wir Menschen so dringend brauchen, zu vollbringen. 

Dank Jesus müssen wir Menschen im 21. Jahrhundert keine Brand- und Sühneopfer mehr erbringen. Und trotz dieser Gnade leben viele Menschen auch heute noch ohne Vertrauen auf Jesus und auf Gott. 

Sie glauben, sie müssten alles selbst vollbringen und erreichen. Selbst ist der Mann, selbst ist die Frau!

Egozentrik, Arroganz, Angst, Verzweiflung stehen im Vordergrund. Wie nur soll man Gott vertrauen? Und tatsächlich gibt es auf diese Frage keine einfache Antwort. Nur die eine: das Gesetz, das Gott gegeben hat, können wir nicht allein und aus uns heraus zur Gänze erfüllen. Niemals. Wir können nicht die Welt oder unser eigenes Leben retten. Wir können nichts. Im Endeffekt sind wir ganz und gar auf Gott und seine Hilfe angewiesen. Komplett und vollständig. Alles Versuchen nützt nichts. Je mehr wir versuchen, perfekt zu sein, desto mehr scheitern wir. Gott weiß das. Er weiß, dass wir es niemals schaffen würden, er weiß, dass wir ungeduldig sind. Er weiß, dass wir uns ständig mit anderen Menschen vergleichen und dabei schlecht abschneiden. Er weiß... Und er möchte, dass wir es auch wissen ... und erfahren, dass wir auf ihn, auf Gott, angewiesen sind. Um den Willen Gottes zu tun und nicht zu sündigen, brauchen wir Gott. Wir brauchen das Vertrauen auf ihn. 

Aber wie können wir vertrauen? Um ehrlich zu sein: Ich weiß es nicht wirklich. Ich glaube, dass wir eine Entscheidung treffen müssen, Gott zu vertrauen. Wenn dann die Attacken des Satans und die Meinungen anderer Leute kommen, müssen wir uns immer wieder sagen, wem wir vertrauen. Nämlich Gott und sonst niemandem. Ausschließlich Gott. Niemand sonst kann uns ans Ziel bringen. An unser Lebensziel und an das himmlische ewige Ziel.

Den folgenden Satz finde ich sehr ermutigend: "Werft euer Vertrauen nicht weg... damit ihr das Verheißene empfangt." Was bedeutet das? Nun, Vertrauen wegzuwerfen, ist sehr einfach in unserer Zeit. Es gibt so viel, das uns von Gott ablenken will. Da wäre zum einen die Corona-Krise mit ihren vielen Toten und Kranken. Der Virus baumelt wie ein Damoklesschwert über uns. Dann gibt es da noch unsere leistungsorientierte Gesellschaft. Ständig müssen wir irgendetwas tun, irgendetwas leisten. Irgendjemanden zufriedenstellen. Nie kommen wir zur Ruhe. Selten zum Gespräch mit Gott.

Aber wie soll ein Auto fahren, wenn es nie an die Tankstelle kommt? Wie nur?

Wir haben es nötig, aufzutanken. Und zwar an der Quelle - bei Gott. Alles andere ist schmutziges Wasser. Einatmen. Ausatmen. Auftanken. Zufrieden sein. Sich so annehmen, wie man ist. Mutig sein, wenn es dran ist... und gelassen bleiben, wenn es dran ist. Dankbar sein.

Wenn Gott etwas verspricht, bleib dran mit dem Vertrauen, auch wenn es dir nicht immer gelingt. 

Bleib dran! Es lohnt sich. Das Verheißene empfangen wir nur, wenn wir im Vertrauen auf Gott dranbleiben und unser Vertrauen auf Gott nicht aufgeben oder wegwerfen.

Nicht jeder Mensch ist gelassen und hat ein großes Geduldspotenzial. Gott hält seine Versprechen immer. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Aber es dauert oft länger, als gedacht. Und der Teufel hört nicht auf, uns zu versuchen oder abzulenken. Andere Menschen werden uns immer ihre Meinung kundtun.  Doch dies alles soll uns nicht davon abhalten, Gott zu vertrauen und zu seiner Zeit, wenn es bei ihm dran ist, werden wir das Verheißene empfangen und noch viel mehr, als wir von Gott erwartet haben.

Die Frage ist nur, wem glaubst du, wem glaube ich: Gott? Dem Teufel? Dir selbst? Den Anderen?

Die Entscheidung ist jedes Mal aufs Neue schwer. Aber es lohnt sich, die richtige Entscheidung zu treffen.

Darum: "Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Geduld aber habt ihr nötig, auf dass ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt."










Samstag, 17. Oktober 2020

LIEBE vs REGELN

"Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe! Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!"

(Hosea 10,12; Luther 2017)


Regeln, Regeln, Regeln - den ganzen Tag lang. Was ich nicht alles tun muss. Haushalt führen, studieren, im Job Höchstleistungen vollbringen, Kinder erziehen, Zahnarzttermin, das Auto in die Werkstatt schaffen. Und vor allem - immer schön lächeln! Weil - wie es mir gerade wirklich geht, interessiert ja niemanden.

Sieht so dein Leben aus? Dann habe ich eine Überraschung für dich. Gott versteht dich. Er ist auf deiner Seite.

Er hetzt dich nicht. Klar müssen alle diese Sachen erledigt werden. Aber vielleicht musst du sie nicht allein tun und kannst dir Hilfe holen.

Ich glaube auch, dass es nicht unbedingt die Arbeit ist, die uns fertig macht, sondern die Ansprüche, die wir und andere an uns haben.

Du musst alles richtig machen. Als Christ musst du dich aufopfern. Du musst den ganzen Tag lang schuften, dich auspowern und am Ende des Tages noch lächeln. Das gehört sich doch so als Christ!

Wenn du alles getan hast, kriegst du am Ende vielleicht noch einen Arschtritt.

Regeln. Und wehe, wenn du nicht alle einhältst! Laut Meinung mancher Christen, ist Gott dann sauer auf dich. Weil du gesündigt hast, weil du nicht alles richtig gemacht hast. Ihrer Meinung nach...

Das kann ziemlich anstrengend sein! Und das ist es auch.

Newsflash! Gott ist nicht so. Er weiß, dass du nicht perfekt bist. Ja du bist weit davon entfernt. Und das weiß Gott auch.

Entspann dich. Tu, was du kannst, und überlasse Gott den Rest. Denn was bringt es, wenn du am Ende selbst nicht mehr kannst.

Wenn ich mit meinem Auto nach langen Strecken nicht an die Tankstelle fahre, um aufzutanken, bleibe ich irgendwann liegen. Genauso musst auch du Pausen machen und manchmal auch Urlaub. Jeder hat ein anderes Kontingent an Kraft. Die einen haben mehr, die anderen weniger.

Außerdem ist das Leben nicht immer schwarz weiß. Es gibt Grauzonen. Nicht jedes Leben ist gleich. Die einen finden sehr früh ihren Partner fürs Leben, bekommen Kinder oder starten frühzeitig ihre Karriere. Wenn es bei dir etwas später geschieht, gerate nicht ins Zweifeln. Jedes Leben ist anders.

Und Situationen wechseln, ständig. Deshalb nützt das sich Vergleichen mit anderen gar nichts, weil es keine gemeinsame Vergleichsbasis gibt. Ich kann nicht eine Pampelmuse mit einer Weinbeere vergleichen. Da stimmt was nicht. Der Vergleich hinkt.

Gott erwartet auch nicht von uns, dass wir immer gerecht handeln. Das können und werden wir nicht, weil wir Menschen sind und Fehler machen - immer, ob wir wollen oder nicht.

Der Slogan höher, schneller, weiter gilt bei Gott nicht. Wenn Gott etwas tut, dann macht er es innerhalb einer bestimmten Zeitspanne und er macht es sehr gut, aber nicht gleichartig.

Jede Schneeflocke hat eine andere Struktur, jeder Fingerabdruck ist anders. Und es gibt Millionen Menschen auf der Welt. 

Die Liebe wiederum besteht darin, unsere Andersartigkeit zu akzeptieren und wertzuschätzen. So können wir uns ergänzen. Und nicht zu sagen, du musst etwas genauso machen, wie ich es tue. Das funktioniert nicht und das muss dein Ego aushalten. 

"Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe!"

Säet Gerechtigkeit - natürlich. Aber nach dem Maße der Liebe!

Liebe bedeutet nicht, dem anderen meine Regelvorstellungen aufzuzwingen.

Natürlich gibt es die Zehn Gebote. Und ganz klar ist es, dass wir niemanden umbringen sollen, unsere Eltern ehren und nicht stehlen usw.

Aber es gibt Bereiche im Leben, da schreibt uns die Bibel nicht vor, was wir tun sollen. Zum Beispiel, welchen Beruf wir ausüben oder welchen Partner wir heiraten. Oder welches Fach wir studieren.

Manche Leute scheinen allerdings zu glauben, dass sie einem Menschen alles vorschreiben dürfen. Wie er oder sie zu leben hat. Was er oder sie darf oder nicht darf. Eigentlich behandelt man so nur kleine Kinder, die noch nicht wissen, wie das Leben läuft.

Erwachsene sollte man so nicht behandeln! Das führt nur zu Unmut und einem permanent schlechten Gewissen, obwohl der Mensch nichts falsch gemacht hat, sondern nur seine eigenen Entscheidungen trifft. 

Gott liebt uns, so wie wir sind. Er hat uns unterschiedlich geschaffen. Und weil wir die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, ohnehin nicht einhalten können, hat er seinen Sohn Jesus geschickt. Manche Menschen leben so, als wäre Jesus gar nicht gekommen, für uns gestorben und auferstanden. 

Menschen, denen man alles aufzwingt, sind Sklaven. Sie sind nicht frei. Sie denken nicht selbst. Sie führen nur stur und stumm Befehle aus.

Gott ist kein Sklavenhalter, sondern die Liebe in Person. Liebe bedeutet für mich Freiheit. Laut der Bibel sollen wir innerhalb bestimmter Grenzen leben, ja. Aber dennoch in Freiheit und nicht unter Zwang. Jesus hat uns doch frei gemacht!

Ich habe oft genug Leute erlebt, die sagen, es gibt einen Master-Plan Gottes. Den Plan A. Plan A muss funktionieren. Was ist aber, wenn Plan A nicht funktioniert? Und das tut er meist nicht. Gibt es dann noch Plan B, C, D oder E? Oder muss ich mein Leben wegwerfen, weil Plan A nicht funktioniert hat?

Sicher nicht. Gott kommt mit jedem Menschen zurecht. Und Gott ist so kreativ. Dem Einen hat er beispielsweise die Gabe der Lehre gegeben, dem anderen die Gabe zu singen. Das ist für Gott in Ordnung. Er weiß und will, dass wir unterschiedlich sind. Er hat uns so geschaffen. Das Leben wäre todlangweilig, wenn wir alle gleich wären. Dann würde sich niemand ergänzen.

"Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen..."

Beginne etwas Neues zu Gottes Ehre. Versuche es wenigstens. Wenn es nicht funktioniert, hast du es wenigstens probiert. Und tue es, solange es Zeit ist. Irgendwann wird diese Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen. Dann wird es zu spät sein. 

Denn dann kommt Jesus wieder.

...bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!

Und wenn Jesus wiederkommt, dann wird Gott Gerechtigkeit über uns Menschen regnen lassen. Er wird vergelten, je nachdem, wie wir gelebt haben. Gutes und Böses wird er gerecht richten.

Am Ende wird auch die Liebe vollkommen sein. Dann brauchen wir uns nicht mehr abzustrampeln, mit unseren Schwächen zu kämpfen, uns krampfhaft abzumühen. Dann wird es nur noch Liebe geben und Gerechtigkeit bis in alle Ewigkeit. Dann werden wir, wenn wir Gerechtigkeit gesät haben, Liebe ernten. Darauf freue ich mich.





Dienstag, 29. September 2020

Freude - und wie man sie festhält

 

Immer ist die Rede von Freude in der Bibel. Aber wie freut man sich? Die Bibel nennt einige Beispiele.

Freude über das Fest der ungesäuerten Brote (2. Chronik 30,21), Freude in der Ernte (Jesaja 9,2), Freude am Gesetz (Psalm 119,70). Ja sogar Freude an den Feinden (2. Chronik 20,27; Luther 2017).

Aber woher kommt diese Freude? Ist es vielleicht die Freude am neuen Smartphone, die Freude am neuen Partner, die Freude am neuen Job oder Studium, die Freude an Freunden, die Freude, wieder gesund zu sein, die Freude an Parties?

Das alles sind wunderbare Dinge, die uns Freude und Spaß machen. Aber sie sind nicht von Dauer.

Wahre Freude kommt von innen oder besser gesagt von oben. Von dem Gott des Lichts und der Freude. Der Gott, von dem Paulus sagt: "Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!" (Philipper 4,4 Luther 2017).

Diese Freude kann auch erlebt werden, wenn du gerade in einer Krise steckst, wenn du gerade leidest oder Schmerzen hast. Diese Freude ist übernatürlich. Und auch übernatürlich gut! Diese Freude kann keiner stoppen und keiner kann dich von ihr abhalten. Nicht mal der Satan. Diese Freude will ich haben!

Wie das geht? Schau auf Gott. Guck nicht herunter in den Dreck. Du wirst immer etwas oder jemanden finden, über das oder den du dich beschweren kannst.

Aber schon in dem Wort "beschweren" steckt eine Last. Etwas schwerer machen. Du lädst dir quasi Steine auf. Dir ist nicht mehr so leicht ums Herz. Du bekommst vielleicht Schwermut oder Depressionen. Sie drücken dich herunter.

Stattdessen sieh das Gute an, das Gott für dich tut. Jeden Tag. Jeden Tag geht die Sonne auf. Jeden Tag darfst du Wasser trinken und Brot essen. Das ist nicht überall auf der Welt so. Jeden Tag hast du ein Dach über dem Kopf. Vielleicht hast du auch eine Arbeit oder ein Studium, das dir Spaß macht.

Vielleicht hast du Freunde oder einen Partner, den du liebst, für den du dankbar sein kannst.

Wenn du gesund bist, darfst du dankbar sein. Wie viele Menschen sind es nicht!

Schau hin, es gibt so viel Gutes. Vielleicht darfst du in den Urlaub fahren oder im Café einen Kaffee trinken, im Restaurant ein Glas Wein. Vielleicht darfst du mit deinen Freunden feiern.

Das ist Grund zum Danken. Auf einmal ist dein Kopf und dein Herz auf das Gute, auf Gott, fokussiert und du siehst den Dreck gar nicht mehr.

Diese Freude und diesen Frieden, den du durch Dankbarkeit erhältst, kannst du an andere Menschen weitergeben, denen es vielleicht gerade nicht so gut geht. Du darfst voller Freude für sie beten und bekommst dadurch noch ein bisschen mehr Freude geschenkt.

Der Freude-Kreislauf ist ein Glückskreislauf. Das Starren in den Dreck ein Teufelskreis.

Entscheide dich, jeden Tag aufs Neue.




Sonntag, 23. August 2020

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Deinen Arzt, deinen Lehrer, deine Eltern deine Klassenkameraden, Studienkollegen, deinen Partner, deinen Blog, dein Hotel, deinen Steuerberater.

Wie anstrengend!

Alles und jeder wird heutzutage bewertet. Dabei werden Menschen oft auch in Schubladen gesteckt.

Dieser Arzt ist gut. Er macht keine Fehler. Dieser Schüler gehört zu den Top Ten und wird nicht gemobbt.

Die Eltern von Max sind top, die von Hans eher nicht.

Aber wer sagt denn eigentlich, dass ich mich bewerten lassen muss? Es gibt Menschen, die andere Menschen bewerten und Menschen, die das nicht zulassen.

Macht Gott das auch so mit uns? Bewertet er uns? Rechnet er uns jeden Fehler an?

Nein. Das tut er nicht. Denn das wäre fatal für uns.

Gott liebt uns so, wie wir sind. Mit all unseren Fehlern und Schwächen. Er haut uns nicht auf die Finger, wenn wir mal einen Fehler machen, sondern er bringt uns in Liebe wieder auf die rechte Bahn.

Die Menschen wollen uns einen Stempel aufdrücken. Die ist immer so zurückhaltend und der ist so wahnsinnig arrogant. 

Als ich Kind war, hat meine Mutter uns immer Geschichten vorgelesen. Darin ging es öfter um eine sogenannte Wunderbrille. Das ist eine imaginäre Sonnenbrille, die wir öfter mal tragen sollten, um hinter die Fassade bei unseren Mitmenschen zu schauen.

Viele Menschen versuchen sich durch bestimmte Verhaltensweisen zu schützen, um nicht noch einmal verletzt zu werden. Sie tragen ein Trauma mit sich herum.

Andere versuchen das Gegenteil von dem vorzuspielen, wie sie wirklich sind.

Unsere Charaktere sind nun mal verschieden. Jeder kommt aus einer anderen Kultur, hat andere Eltern, andere Stärken und Schwächen, andere Interessen, eine andere Hautfarbe usw.

Anders ist nicht schlimm oder falsch, sondern eben nur anders.

Menschen in Schubladen zu stecken oder ihnen einen Stempel aufzudrücken, engt sie ein. Begrenzt ihr Gebiet, ihren Einzugsbereich.

Jeder von uns macht Fehler, früher oder später. 

Wir sollten uns die Devise Gottes zu eigen machen, die da lautet: 

"Nehmt einander an, so wie Christus euch angenommen hat. Auf diese Weise wird Gott geehrt."

(Römer 15,7; Hoffnung für alle)

Wenn du durch die Wunderbrille schaust, erkennst du vielleicht, dass manche Menschen, von denen du wenig erwartet hast, richtige Pfundskerle sind und später zu deinen besten Freunden gehören.

Drücke niemandem, auch nicht dir selbst, einen Stempel auf, denn Gott hat Menschen mit seinem Heiligen Geist und seinem Stempel der Gnade versiegelt.






Mittwoch, 6. Mai 2020

Leg alles auf das Totenbett...




"Aber die Mutter des Knaben sprach: So wahr der HERR lebt und so wahr du lebst: Ich lasse nicht von dir! Da machte er sich auf und ging ihr nach. Gehasi aber ging vor ihnen hin und legte den Stab dem Knaben aufs Antlitz: da war aber keine Stimme und kein Aufmerken. Und er ging zurück Elisa entgegen und sagte ihm: Der Knabe ist nicht aufgewacht. Und als Elisa ins Haus kam, siehe, da lag der Knabe tot auf seinem Bett. Und er ging hinein und schloss die Tür hinter sich zu und betete zu dem HERRN und stieg aufs Bett und legte sich auf das Kind und legte seinen Mund auf des Kindes Mund und seine Augen auf dessen Augen und seine Hände auf dessen Hände und breitete sich so über ihn; da wurde des Kindes Leib warm. Er aber stand wieder auf und ging im Haus einmal hierhin und dahin und stieg wieder aufs Bett und breitete sich über ihn. Da nieste der Knabe sieben Mal; danach tat der Knabe seine Augen auf. Und Elisa rief Gehasi und sprach: Ruf die Schunemiterin! Und als er sie rief, kam sie hinein zu ihm. Er sprach: Da, nimm hin deinen Sohn! Da kam sie und fiel nieder zu seinen Füßen und neigte sich zur Erde und nahm ihren Sohn und ging hinaus." 
(2. Könige 4, 30-37; Luther 2017)

In dieser Geschichte geht es um eine Mutter, die von Gott durch Elisa einen Sohn versprochen bekommen hatte in hohem Alter. So ähnlich wie bei Abraham. Sie glaubt dem Propheten Elisa zunächst nicht. Sie sagt mit etwas anderen Worten: "Elisa, mach dich nicht über mich lustig. Ich werde in meinem Alter keine Kinder mehr bekommen."
Aber 1 Jahr später bekommt sie einen Sohn. Sie liebt ihn über alles. Und dann auf einmal eines Tages bekommt dieser Sohn wahnsinnige Kopfschmerzen. Innerhalb von ein paar Stunden stirbt er.
Seine Mutter läuft zu Elisa und sagt zu ihm: "Ich habe dir doch gesagt, du sollst keine Scherze mit mir treiben." Aber als Elisa sie fragt: "Wie geht es deinem Sohn?", sagt sie nur "Gut". Aber Elisa spürt: Da stimmt etwas nicht. Es geht ihrem Sohn nicht gut. Er schickt also seinen Diener Gehasi hin mit seinem Stab. Der soll den Stab auf das Antlitz des Kindes legen. Auf dem Weg zurück zu dem toten Sohn der Frau soll er mit niemandem sprechen und niemanden grüßen.
Dann legt er den Stab auf das Kind. Doch es geschieht nichts. Elisa geht selbst los. Er kommt in das Zimmer und verschließt die Tür hinter sich.

Er legt sich auf den Sohn. Seinen Mund auf dessen Mund und seine Augen auf dessen Augen und seine Hände auf dessen Hände.
Plötzlich wird der Körper des Jungen warm und er erwacht zu neuem Leben.

Was für eine krasse Geschichte.

Erst mal ist da die Frau. Sie hatte einen Traum. Sie hat nicht wirklich daran geglaubt. Aber Gott gab ihr ein Versprechen und es ging in Erfüllung. Sie liebte diesen Sohn von ganzem Herzen.

Eines Tages, als er erwachsen ist, bekommt er plötzlich Kopfschmerzen und stirbt. Einfach so.
Sie sagt zu Elisa: Warum? Warum hast du mir Hoffnungen gemacht? Warum bekomme ich diesen Sohn und jetzt, wo er groß ist, stirbt er?
Wie oft stellen wir Gott diese Frage? Gott, wann bekomme ich endlich diesen Job, diesen Partner, diese Lehrstelle? Gott, wann werde ich endlich gesund?

Und dann nach viel zu langer Zeit geht der Wunsch in Erfüllung. Gott ist gnädig und er gibt.
Und dann auf einmal, urplötzlich, platzt der Traum wie eine Seifenblase.
Warum?

Ich kann mir vorstellen, dass diese Frau ziemlich verzweifelt gewesen sein muss. Absolut durch.

Aber das Kuriose ist, sie spricht nicht darüber. Sie trauert so sehr um ihren Sohn, dass ihr die Luft wegbleibt. Als ihr Ehemann sie fragt, wie es ihrem gemeinsamen Sohn geht, sagt sie nur: "Gut." Und: "Ich muss zu Elisa."

Die Propheten waren damals Mittelsmänner zu Gott. Sie waren Stellvertreter Gottes auf Erden.
Also heute könnte man sagen, sie geht zuerst zu Gott und fragt ihn: Gott, warum?
Warum versprichst du mir etwas und ich bekomme es auch. Und dann nimmst du es mir einfach wieder weg?
Warum? Es ist nur ein Gedanke, aber vielleicht wollte Gott die Prioritäten der Frau wieder zurechtrücken. Vielleicht wollte er sich in ihrer Prioritätenliste wieder ganz nach oben bringen.

Sie läuft also zu Elisa. Sie sagt nichts. Sie wirft sich zu Boden und umklammert Elisas Füße, wie ein Kind. Sie ist so am Boden zerstört. Als Elisas Diener Gehasi sie kurz zuvor fragt, wie es ihrem Sohn gehe, lügt sie und sagt: Gut. Aber Moment. Vielleicht ist es ja gar keine Lüge. Vielleicht glaubt sie schon hier daran, dass Gott letzten Endes alles gut machen wird mit ihrem Sohn.

Vielleicht hat sie schon hier die Gewissheit, dass Gott keine Fehler macht.

Zu Elisa sagt sie dann aber: "Warum täuschst du mich? Ich habe dir gesagt, du sollst mich nicht täuschen."

Ich kann dieses Gefühl zutiefst nachvollziehen. Da ist etwas, das Gott einem versprochen hat.
Man hat gehofft, gebangt und es anfangs vielleicht noch nicht einmal für voll genommen.

Und dann geschieht es tatsächlich. Aber als das Kind groß ist, der Traum geboren und ausgereift, ist es auf einmal vorbei. 

Das kann diese Frau nicht glauben und sie wirft sich zu Elisas Füßen.

Elisa macht seinen Job. Er hört auf Gott. Und er hört nochmal hin. Und als er die Antwort bekommt, da geht er hin und schließt die Tür zu. Er braucht kein Publikum. Er braucht keine Menschen. Nur Gott. Er will nur seinen Auftrag ausführen.
Er tut, was Gott ihm gesagt hat. Er legt sich auf das Kind.

Aber dies geschieht nicht sofort. Zunächst ist er sich nicht sicher. Er schickt seinen Diener Gehasi mit seinem Stab zu dem Sohn der Frau. Der soll ihn mit dem Stab berühren. Für mich bedeutet das: Du musst selbst glauben, was Gott dir gesagt hat. Niemand anders kann das für dich übernehmen. Lass dich nicht von Menschen oder Dingen ablenken. Lass dir nicht reinreden. Höre nicht auf ein "nein", wenn du "ja" sagen sollst oder auf ein "ja", wenn du "nein" sagen sollst. Höre ausschließlich auf Gott. Geh selbst hin. Lege deinen eigenen Körper auf das Kind. Schicke nicht jemand anderen.
Es ist dein Leben.
Übernimm die Verantwortung dafür.

Elisa geht also selbst hin und legt sich auf den Jungen. Und siehe da: Der Körper des Jungen wird warm. Der Junge erlebt eine Auferstehung. 

Wie viele deiner Träume hast du schon begraben? Gott möchte sie zu neuem Leben erwecken.
Vielleicht hast du Ängste, Sorgen, Wut, Ärger, Misstrauen, Sachen, die dich schon lange beschäftigen, und du möchtest sie loswerden. Du willst, dass sie endlich sterben. Lege sie auf das Totenbett! Gott wird sich darum kümmern. Wenn du diese Sachen an Gott abgibst, hast du die Hände wieder frei für deinen Sohn, für deine Träume. 

Diese Ketten töten dich. Sie töten deine Seele. Der Teufel benutzt sie, um dich zu quälen. Er greift deine Träume kurz vor ihrer Geburt an.

Aber lass es nicht zu. Gott hält seine Versprechen. Alle. Auch, wenn es länger dauert als erwartet.
Auch wenn es schwieriger wird, als gedacht. Auch wenn Hinz und Kunz dir sagt, gib auf.
Sag nein! Ich halte fest. Die Hoffnung stirbt nie. Sie stirbt nicht zuletzt. Sie stirbt nie.

Elisa gibt nicht auf. Er legt sich nicht nur einmal auf den Jungen. Nein. Zweimal. Er gibt nicht auf. Er versucht es wieder.

Wie oft sind wir versucht, aufzugeben? Wie oft haben wir es schon versucht und sind kurz davor, das Handtuch zu werfen? Bleib dran. Gib nicht auf. 

Im Fitnessstudio Gottes trainierst du deine geistlichen Muskeln. Du wächst durch Druck. Du wächst, wenn du keine Wahl mehr hast, als Gott zu vertrauen. Du wächst, wenn alle gegen dich sind und du nur noch Gott hast. Du wächst.

Und dann, dann bist du ein wahres Zeugnis für Gott. Dann kommt deine Auferstehung. Dann kommt deine Sternstunde, deine Traumstunde. Dann bist du für deine Fesseln gestorben, für den Teufel gestorben. Er kann dich nicht mehr angreifen. 

Nur derjenige ist angreifbar und erpressbar, der etwas zu verlieren hat.

Wenn du für die Sünde tot bist, bist du frei von ihr. Wenn du für die Sorgen und Ängste tot bist, bist du frei von ihnen. Vertraue Gott und er wird deine Herzenswünsche erfüllen. Denn er hat sie in dich hineingelegt.
Vertrau!





Samstag, 2. Mai 2020

Zukunft und Hoffnung


Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung. Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erhören. 

(Jeremia 29, 11-12; Luther 2017)


Diesen Vers lese ich in letzter Zeit öfter. Ich entnehme daraus 
3 Punkte.

1) Gott macht sich Gedanken über uns.
2) Zukunft und Hoffnung - Die Sonne geht auf
3) Unser Gebet und die Erhörung Gottes

Punkt 1): Gott macht sich Gedanken über uns.

Wie viele Menschen auf dieser Welt glauben eigentlich, dass Gott sich Gedanken über sie macht. Dass die Menschen Gott nicht egal sind? 
Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube, nicht viele.
Vielleicht denken viele Menschen jetzt in dieser Krise, dass Gott sie überhaupt nicht beachtet. Aber das stimmt nicht.

Diese Zeit ist sehr schwer für uns alle. Aber vielleicht gibt uns Gott jetzt auch die Möglichkeit, einander zu lieben, indem wir Rücksicht aufeinander nehmen und einander helfen.

Vielleicht werden wir auch geprüft, ob wir Gott vertrauen, dass er uns helfen wird. Dass er uns durchbringt, egal, wie schlimm das Leben gerade aussieht.

Punkt 2): Zukunft und Hoffnung - Die Sonne geht auf.

Nach einer sehr schwierigen Zeit, versprach Gott den Israeliten wieder Zukunft und Hoffnung. Das gilt auch für uns.
Gott wird diese notvolle Zeit beenden und uns einen Neuanfang geben. Wir werden wieder fröhlich sein und Hoffnung haben.
Wir werden nicht in dieser schlimmen Situation bleiben.
Die Sonne wird wieder aufgehen. Gott lässt uns nicht im Stich. Niemals. Er hat uns bisher geführt und das wird er auch weiterhin tun. Lass seine Hand nicht los. Vertraue ihm. Er wird es wohl machen. Er kennt deine Zukunft bereits jetzt. Und er hat einen Plan für dein Leben. Immer noch. Dein Leben ist nicht zu Ende. Gott hat Neues und Großes mit dir vor.
Sei dir dessen bewusst und gewiss. Gott ist mit dir und hält dich bei der Hand. Ganz sicher.
Ohne Gott kannst du dein Leben nicht meistern.

Punkt 3): Unser Gebet und die Erhörung Gottes

Du darfst beten und erleben, wie Gott dein Gebet erhört. Gerade jetzt. Gerade in der Krise.
Gott erhört Gebet. Das hat er in der Bibel, seinem Wort, versprochen. Er verändert gerade unseren Charakter. Er lässt uns wachsen. Und dann holt er uns aus dieser Krise und Wüste heraus. Er hört und erhört uns, wenn wir zu ihm rufen. 

"Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen." (Psalm 50,15; Luther 2017)

Gottes Wort gilt!






Samstag, 18. April 2020

Sieg oder Niederlage - Josua & Kaleb


Habe ich dir nicht geboten: Sei getrost und unverzagt? Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst. 


Josua 1, 9 (Luther 2017)

Josua hatte eine riesengroße Aufgabe vor sich. Als Moses Nachfolger sollte er das Volk Israel ins gelobte Land, das heißt in das von Gott versprochene Land führen.

Damals wurden 12 Kundschafter ausgesandt, heute würden wir sie vielleicht als Spione bezeichnen. Sie hatten die Aufgabe, das Land auszukundschaften, zu erforschen. Denn noch lebten ihre Feinde darin.

Zwei der zwölf Kundschafter, nämlich Josua und Kaleb, berichteten, dass sie in dem versprochenen Land riesengroße Früchte sahen. Milch und Honig flossen. Alles war reichlich vorhanden.

Prächtiges Obst und Gemüse. Öl. Wunderschöne Landschaften. Klares Wasser. Grüne Wiesen und Wälder.

Es gab nur ein Problem. Und dieses Problem hoben die restlichen 10 Kundschafter hervor.
In dem versprochenen Land lebten Riesen. Große menschliche Wesen.

Nun hätte man ja nach Verarbeitung der Situation sagen können: Leute, das Land Kanaan fließt über von Milch und Honig. Große, prächtige Früchte wachsen dort. Es gibt Wiesen, Wälder. Klares Wasser. Und es gibt nur ein kleines Problem: die Riesen. Aber für Gott sollte das gar kein Problem darstellen.

Der hat uns schon so oft in der Vergangenheit geholfen. Ja, Gott hat unseren Vätern geholfen. Unzählige Male.
Er wird uns auch diesmal helfen.

Aber nein, sie sind so menschlich. Was machen die 10 Kundschafter? Sie sagen dem Volk Israel. In diesem Land gibt es Riesen. Übermenschlich große Wesen. Die werden wir nie schlagen.
Sie sind einfach zu übermächtig.

Dabei hatte Gott zu Josua gesagt: Ich will das Land Kanaan in eure Hand geben.

In Josua 1, 13 bis 15 (Luther 2017) lesen wir:

"Denkt an das Wort, das euch Mose, der Knecht des HERRN, geboten hat: Der HERR, euer Gott, bringt euch zur Ruhe und gibt euch dieses Land. Eure Frauen und Kinder und euer Vieh lasst im Land bleiben, das euch Mose gegeben hat, östlich des Jordans. Ihr aber sollt, so viele von euch streitbare Männer sind, vor euren Brüdern gerüstet hinüberziehen und ihnen helfen, bis der HERR eure Brüder auch zur Ruhe bringt wie euch, dass auch sie einnehmen das Land, das ihnen der HERR, euer Gott, gibt. Dann sollt ihr zurückkehren in euer Land, das euch Mose, der Knecht des HERRN, zum Besitz gegeben hat östlich des Jordans, gegen den Aufgang der Sonne."

Gott hatte demzufolge seinem Volk Israel dieses Land versprochen.

Die Kundschafter hatten aus dem Land Kanaan auf zwei Holzstäben eine riesige Traube mitgebracht.
Die sollte zeigen, welch ein Überfluss in diesem Land herrschte.

Vertrauen wird also belohnt. Niemand kann sagen, er hätte nicht von dieser fetten Traube essen wollen. Ich hätte sofort zugegriffen.

Einerseits wird Vertrauen belohnt. Andererseits wird leider, wie uns diese Geschichte zeigt, Misstrauen auch manchmal bestraft.

Die Israeliten glauben den 10 Kundschaftern, die beschlossen hatten, Gott nicht zu vertrauen.
Ausschließlich Josua und Kaleb, die Gott geglaubt und ihm vertraut hatten, gelangten ins gelobte Land.

Die Generation Israels, die Josua und Kaleb nicht geglaubt hatte, musste in der Wüste umherziehen, bis die Menschen alle starben.
Sie haben das versprochene Land Kanaan niemals gesehen.
Ich finde das sehr, sehr traurig.

Die Geschichte mit Josua geht noch weiter. Die Bibel beschreibt die Kämpfe, die Josua hatte, um ins gelobte Land Kanaan zu kommen. Aber Gott war mit ihm. Immer. Er half ihm und ließ ihn immer wieder gegen seine Feinde siegen.

Und daraus ergibt sich die Frage, die ich mir heute stelle:
Sieg oder Niederlage?
Vertrauen in Gott oder Misstrauen ihm gegenüber?
Meine Kontrolle oder Gottes Kontrolle?

Vertraue ich Gott, auch wenn die Situation nicht nach Besserung aussieht? Vertraue ich Gott trotz vieler Kämpfe auf dem Weg zum Ziel?
Vertraue ich Gott, wenn er mir etwas versprochen hat? Oder glaube ich dem Teufel, der mich täglich attackiert und mir die Frage an Eva aus dem Paradies zuflüstert: "Sollte Gott wirklich gesagt haben?"

Ich habe die Wahl. Ich kann mich entscheiden. Jeden Tag. Jede Minute. Was glaube ich? Wem vertraue ich?
Vertraue ich darauf, was meine Eltern oder Freunde sagen? Vertraue ich darauf, was die Medien sagen oder die Politik sagt?
Vertraue ich darauf, was die Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger sagen?
Vertraue ich mir selbst?

Oder vertraue ich Gott, der mein Leben in seiner Hand hält. Der wollte, dass ich geboren werde.
Der mich noch vor Erschaffung der Erde kannte und mein Leben, jeden meiner Tage, geplant hat.

Wem vertraue ich? Das ist hier die Frage... Wem vertraust du?


Montag, 13. April 2020

Versprechen - Verheißung


Und als er mit ihnen beim Mahl war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die ihr – so sprach er – von mir gehört habt...

Apostelgeschichte 1,4 (Luther 2017)

Ich habe vor Jahren eine Postkarte bekommen mit dem Spruch:

Versprechen: Gott hält sie alle, auch wenn es manchmal etwas länger dauert.

Diese Karte habe ich mir an die Pinnwand geheftet und immer wieder darauf geschaut, wenn ich wieder versucht war, an Gottes Versprechen für mein Leben zu zweifeln.

Geht dir das auch manchmal so? Gerade jetzt in dieser Krise?
Hat Gott dir etwas versprochen, auf das du schon Jahre wartest?
Und immer, wenn du denkst, jetzt bekomme ich es und dich wie wild darauf freust, sieht es für einen Moment so aus, als ob du es doch nicht bekämst? 

Ich kann dieses Gefühl sehr gut nachvollziehen.

In obigem Vers sitzt Jesus mit seinen Jüngern wie so oft beim Essen. Sie unterhalten sich.
Jesus sagt ihnen, sie sollen auf die Verheißung, auf das Versprechen des Vaters warten und ihre Stadt Jerusalem nicht verlassen.

Jesus erwartet von den Jüngern, dass sie ihm vertrauen.
Er sagt zu ihnen: Wartet auf die Verheißung des Vaters.

Mir kommt der Gedanke, dass Jesus mit den Jüngern gemeinsam auf die Verheißung des Vaters wartet.
Erleichtert uns das, wenn vielleicht auch wir Jesus bitten, mit uns auf das Versprechen des Vaters zu warten?

Vielleicht ist es dann leichter für uns. - Wenn Jesus mit uns wartet.
Wenn er sich mit uns auf Augenhöhe befindet.

Wenn wir wissen, dass auch er weiß, wie es ist, zu warten. Warten zu müssen.

Gott hält alle seine Verspechen, seine Verheißungen.

Egal, ob du einen Urlaub geplant hast, deine Freunde wiedersehen möchtest, in ein Restaurant gehen, eine Hochzeit oder einen Geburtstag feiern möchtest, ob du endlich wieder deine Kirche oder Gemeinde oder Eltern besuchen und deinen Aufgaben im Büro nachgehen möchtest, Gott sagt dir: Ich warte mit dir. Und: Ich erfülle meine Versprechen. Ich habe dich noch nie im Stich gelassen und ich werde auch in Zukunft bei dir sein.
Es wird nicht mehr lange dauern. Take heart. Sei mutig und stark.
Auch diese Krise wird vorübergehen.

Ich bin mit dir, sagt Gott zu dir. Ich halte meine Versprechen und Verheißungen.
Ich lasse dich nicht los. Mein Timing steht. Es stand vor Anbeginn der Welt. Du erhältst das Verlorene doppelt zurück.

Vertraue mir in der Mitte. Im Sturm. Unter der Welle.
Am Karsamstag. Zwischen Karfreitag und Ostersonntag. 
Vertrau mir, auch, wenn du nicht weißt, wie es weitergehen soll und ob deine Hoffnungen und Wünsche rechtzeitig erfüllt werden.

Bleib dran und du wirst das Licht am Ende des Tunnels sehen.
Ich verspreche es dir, mein Kind. Denn ich bin allmächtig und habe die Welt in meiner Hand.


Sonntag, 29. März 2020

Double for your Trouble


Und ich will euch die Jahre erstatten, deren Ertrag die Heuschrecken, Larven, Geschmeiß und Raupen gefressen haben, mein großes Heer, das ich unter euch schickte. 

(Joel 2,25; Luther 2017)


Ein sehr interessanter Vers, der mich mein Leben lang begleitet und ermutigt hat.
3 Punkte fallen mir hier ins Auge:

1) Heuschrecken, Larven und Geschmeiß
2) Jahwe schickt Heer
3) Jahre und Ertrag erstattet (double for your trouble)

Punkt 1):

Ich finde die Wortwahl interessant: Heuschrecken, Larven und Geschmeiß...
In der Bibel stehen Heuschrecken meist für Plagen. Z. B. musste Ägypten Gottes Plagen über sich ergehen lassen, weil der Pharao das jüdische Volk nicht ziehen lassen wollte und die Juden als Sklaven missbrauchte.

Heuschrecken, Larven und Geschmeiß gibt es auch in unserem heutigen Leben genug.
Ein schlechter Chef im Job, eine unüberwindbare Krankheit, der Verlust eines Kindes, das Fehlen eines Partners.
Dinge, die uns zermürben können, weil sie einfach nicht besser werden oder ganz verschwinden.
In solchen Situationen fragen wir uns vielleicht: Wo ist Gott? Wo ist er überhaupt hin? Interessiert es ihn, wie es mir geht? Wie es der Welt gerade geht?
Die Antwort auf diese Frage lautet "Ja". Gott weiß, Gott sieht. Und manchmal initiiert Gott auch Situationen, die uns nicht gefallen.

Manche Christen glauben, alles Schlechte kommt vom Teufel und alles Gute von Gott. Doch ich glaube, ganz so einfach und plakativ ist das Ganze leider nicht. Oft genug kommt im Alten Testament folgender Satz in der einen oder anderen Form vor: "Ich, der Herr, schicke das Glück und das Unglück."

Punkt 2):
Damit komme ich zu Punkt 2. In unserem heutigen Vers heißt es: "Heuschrecken, Larven, Geschmeiß und Raupen, ein großes Heer, das ich unter euch schickte."
Interessant, da steht, dass Gott persönlich dieses Heer an aggressiven, alles fressenden Insekten schickte.
Also nicht der Teufel, sondern Jahwe höchstpersönlich.
Warum ist das so? Manchmal möchte Gott mit solchen Situationen etwas bei uns Menschen erreichen.
Die Christen erzieht er im Vertrauen, im Gehorsam. Er lässt ihren Glauben wachsen. Nur deshalb, weil er diese Menschen liebt.

Wenn ein Vater sein Kind liebt, lässt er dem Kind Freiheiten, aber ein guter Vater lässt auch nicht alles durchgehen.

Den Menschen, die nicht oder noch nicht an ihn glauben, zeigt Gott vielleicht, dass sie doch nicht alles allein machen können. Dass sie eben nicht die Klügsten und Weisesten aller Kreaturen sind. Dass sie eben doch Gott brauchen, dass sie ihr Leben und ihre Zukunft nicht im Griff haben. Sie können zwar vieles erforschen, aber letzten Endes entscheidet Gott über ihr Leben. Über unser aller Leben.

Punkt 3): 
Das wiederum bringt mich zu Punkt 3).
Gott entscheidet. Und er hat entschieden, uns zu belohnen, wenn wir an ihm festhalten. "Double for your Trouble" hat Joyce Meyer es einmal genannt. Gott wird uns den Ertrag und die Jahre, die die Heuschrecken gefressen haben, erstatten. So war es auch bei Hiob. Er hatte alles verloren, Haus, Kinder, Gesundheit, Viehherden. Aber Gott hat ihm alles doppelt zurückgegeben. 
Gott lässt sich nicht lumpen. Manchmal testet er unseren Glauben. Er prüft, ob wir ihm wirklich vertrauen, auch wenn nicht alles nach unserem Willen läuft, auch wenn unsere Sicherheiten, auf die wir gebaut haben, einmal wegbrechen.

"Stay save" oder "bleib gesund", so lauten die Slogans in der Coronakrise.
Fakt ist aber, dass wir unser Leben und Sterben überhaupt nicht im Griff haben, sondern ausschließlich Gott. "Unsere Zeit steht in seinen Händen".

Vielleicht macht uns die Krise einmal mehr bewusst, dass wir ohne Gott gar nichts können. Noch nicht einmal, wie die Bibel sagt, unser Leben um eine Elle oder Minute zu verlängern.

In diesem Fall würde ich nicht sagen: "stay save", sondern wohl eher "stay tuned with God" - "bleibe mit Gott in Verbindung".



Mittwoch, 18. März 2020

Corona oder Königskrone?


Den Weisen ist ihr Reichtum eine Krone; aber die Narrheit der Toren bleibt Narrheit. (Sprüche 14,24; Luther 2017)

Alle Leute sind gerade im Corona-Virus-Wahn. Man muss zuhause arbeiten, darf seine Freunde nicht mehr sehen. Gottesdienste finden nicht mehr statt. Toilettenpapier und lebensnotwendige Sachen werden von Hamsterkäufern aus Supermärkten entfernt. Es ist das reinste Chaos. Fühlt sich ein bisschen an wie eine Kriegszeit. Viele Menschen müssen ihren langersehnten Urlaub absagen, weil sämtliche Flughäfen dicht gemacht und die Länder ihre Grenzen geschlossen haben. Restaurants müssen geschlossen bleiben usw. und so fort.
Und dennoch ist es eine Frage der Sichtweise.
Als Christen haben wir eine Wahl. Entweder wir lassen uns von der Panik mitreißen und überschwemmen oder wir steuern dagegen und fangen an, Menschen, die in Angst leben, zu ermutigen.
"Corona" ist das spanische Wort für "Krone". Kronen tragen normalerweise Könige und Kaiser. In der Bibel kommt das Wort "Krone" sehr häufig vor. Mal bekommt ein König eine Krone aufgesetzt. Mal wird diese ihm wieder genommen.
Am interessantesten finde ich diesen Vers in Sprüche:
Den Weisen ist ihr Reichtum eine Krone; aber die Narrheit der Toren bleibt Narrheit. (Sprüche 14,24; Luther 2017)

Die Weisheit wird hier mit einer Krone verglichen. Wer sie hat, hat's gut. Wer seine Sichtweise verändert, Gott vertraut und Menschen ermutigt, anstatt Panik zu machen, lebt friedlicher. Wer Gott vertraut, hat nicht auf Sand gebaut, lautet ein Sprichwort. Natürlich sollten wir nicht übermütig werden und Vorsichtsmaßnahmen treffen. Aber das bedeutet nicht, dass unser Herz gefangen sein muss. Wir sind innerlich frei. Wir können Frieden haben, wir können uns für den Frieden entscheiden, weil wir Gott im Herzen haben. Er bestimmt, wie lange wir leben und was uns zustößt oder eben nicht.
Wir können unser Leben nicht mal um eine Minute verlängern. Warum machen wir uns also Sorgen?
Die Sorgen bewirken nur, dass wir verpassen, etwas zu genießen, das gerade geschieht. Sie lenken unsere Gedanken auf die Zukunft und lassen uns nicht mehr in der Gegenwart leben. 
Ich meine nicht, dass man gemeinhin "positiv" denkt, wie viele sagen. So nach dem Motto: Wird schon wieder werden.
Das sich auf Gott ausrichten und ihm vertrauen erfolgt aktiv, nicht passiv. Ich vertraue Gott, dass er alles zum Guten wenden wird. Vertrauen ist nicht unbedingt, zu glauben, alles wird gut, sondern alles ist gut, egal, wie es ausgeht. Weil Gott dahinter steht. Weil Gott alles im Griff hat. Weil er die Welt in der Hand hält und uns nichts, aber auch gar nichts geschieht, ohne dass er es bereits gewusst hat.
In schrecklichen Situationen erfolgt oftmals ein Umdenken der Menschen. Sie setzen ihre Prioritäten in einer anderen Reihenfolge. Auf einmal ist vielleicht der Konsum nicht mehr so wichtig. Vielleicht besinnt sich der eine oder andere sogar auf Gott, auf das Gebet, auf das Lesen in der Bibel. Ob nun Christ oder nicht, auf Gott kommt es im Leben am allermeisten an. Auf die Beziehung zu ihm. Darauf, wo wir landen, wenn wir einmal sterben. Und das müssen wir alle mal, früher oder später. Gegen den irdischen Tod gibt es kein Medikament. Gegen den ewigen Tod aber schon. Diese Medizin heißt Jesus. Wenn ich Jesus akzeptiere, werde ich nach meinem Ableben auf der Erde bei Gott, dem Vater, im Himmel sein. Wenn ich aber nur nach Konsum und Glück auf Erden strebe, habe ich schlechte Karten. Ohne Jesus, wird mein ewiges Leben in der Hölle stattfinden. Dort, wo Heulen und Zähneklappern sein wird. Die Frage stellt sich: Bin ich weise? Bekomme ich die Krone des Lebens bei Gott? Oder bin ich ein Narr? Ein unweiser, dummer Mensch, der sich nichts sagen lässt? Denn Narren werden immer Narren bleiben.