Donnerstag, 11. Dezember 2025

Weihnachten entkernt

Möchte man ein baufälliges Haus renovieren, so werden alle nichttragenden Innenwände, Türen und Deckenkonstruktionen sowie Bodenbeläge demontiert. Auf Deutsch heißt das, alles, was brüchig und somit gefährlich ist, wird entfernt.

Eines Tages wollte ich zur Entspannung einen Weihnachtsfilm sehen. Ich hatte gerade sehr schwierige und traurige Lebensumstände zu verarbeiten. Meine Hoffnung wurde jäh enttäuscht. Anstelle einer romantischen Komödie, bekam ich wieder einmal die nackte Realität zu spüren.

Im Film ging es um Folgendes: Eine Frau (Kati) wollte ein Kind von ihrem Freund und ihn heiraten. Ihr Freund allerdings war überhaupt nicht begeistert. Beide hatten vor, über Weihnachten auf die Insel Mauritius zu fliegen. Ein Tag vor Abflug stritt sich also das Paar und Kati rief ihre Schwester an. Sie fuhr zu ihr, um Weihnachten mit der Familie zu feiern und das - ohne ihren Freund. Sie trennte sich von ihm.

Außerdem war die Mutter des Mannes der Schwester eingeladen. Einige Zeit später kam auch noch die Mutter der beiden Schwestern hinzu, uneingeladen. Noch etwas später kam dann Kati bei der Familie ihrer Schwester an. Außerdem gab es noch 2 Kinder, ein kleines Mädchen und einen Jungen, in der Pubertät.

Und dann ging es los. Jeder brachte seine Schwächen mit. Es ging bei der Übernachtung in welchem Zimmer auch immer los, über die Benutzung des Bads, das Kochen, das Schmücken des Weihnachtsbaums und so weiter und so fort. Die Mutter von Kati und ihrer Schwester brachte für ihre Enkelin als Weihnachtsgeschenk auch noch eine Ratte namens Fritzi mit. Allerdings hatte die Familie eine Katze. 

Obwohl man sich alle Mühe gab, gab es immer wieder Sticheleien und Streitereien. Alle Klischees wurden bedient und verletzende Worte von Jung und Alt eingebracht.

Eigentlich hatte ich gehofft, der Film würde noch besser werden und ein gutes Ende hervorbringen. Pustekuchen. Am Ende betrank sich die Schwester von Kati und aufgrund der Ratte und einer brennenden Kerze ging der Weihnachtsbaum in Flammen auf.

Aber das war noch nicht das dicke Ende. Kati schlich sich davon und fuhr mit dem Auto zum Flughafen. Dort angekommen, ist der Flieger nach Mauritius gerade weg. Sie setzt sich auf einen Flughafenstuhl und beginnt zu weinen. Doch auf einmal schwenkt die Kamera auf ihren Freund, von dem sie sich ja getrennt hatte, und er wünscht ihr Frohe Weihnachten. Die Zuschauer glauben nun, es wird doch noch alles gut. Ähm... nein. Der Freund sagt nun zu Kati. Jetzt feiern wir Weihnachten... mit meiner Familie!

Als letztes nimmt die Kamera Katis bedröppelten Gesichtsausdruck auf. Vermutlich denkt sie: Oh nein! Nicht schon wieder. Das ist das Ende des Films und dann kommt der Abspann.

Meiner Ansicht nach wurde Weihnachten hier komplett entkernt. Der Fokus lag auf dem Unwesentlichen, dem Konsum. Deshalb ist alles Äußerliche, Oberflächliche, Unwesentliche verbrannt, wie dieser Weihnachtsbaum.

Wie gesagt: Ich war maßlos enttäuscht von dem Film. Streng genommen war der ganze Film sehr negativ. Genau wie in der Realität dieser Welt. Doch dann dachte ich: Halt. Nicht so schnell. Es gibt doch durchaus auch viele positive Aspekte auf dieser Erde. Da wären zum Beispiel: Gottes (Jahwes) wunderbare Schöpfung. Ich erinnerte mich an meine vielen Aufenthalte in Japan, an Mount Fuji, an die wunderschöne Schöpfung Gottes, bestehend aus Blumen, Wäldern, dem Ozean und Tieren. Weiterhin erinnerte ich mich an das wunderbare Essen, an Gerüche, an das schöne Wetter, an Wanderungen, etc.

Doch gehen wir noch ein Stück in die Vergangenheit. Jesus, der Sohn Gottes, verließ den Himmel - ein geistlicher Begriff - der die Gegenwart Gottes beschreibt. Unglaubliche Schönheit, Strahlendes, Vollkommenes, Liebe - das Wesen Gottes, unglaublicher Friede, Hoffnung, Geborgenheit...

Das alles verließ Jesus, um Mensch zu werden und um auf diese Erde, die doch so von Zerbruch, Krankheit, Krieg und Zerfall gekennzeichnet ist, zu kommen. Um Zeit mit Menschen zu verbringen, um von den Pharisäern verspottet zu werden, um unter den Römern und Juden zu leiden, und letztlich um grausam an einem Kreuz zu sterben, verleumdet von Juden und Römern.

Und das alles nur, damit es uns Menschen besser geht. Damit wir wieder frei von Schuld sind und in Gottes heilige Nähe kommen können. 

Da kann ich nur sagen: Herzlichen Dank, lieber Jesus! Danke, dass du das getan hast. Nun habe ich Hoffnung auf das ewige Leben in Gottes Herrlichkeit - ganz ohne Krankheit, Krieg, Einsamkeit, Trauer, und ganz ohne brennenden Weihnachtsbaum und Konsum. 

Viele Menschen in Deutschland und weltweit feiern Weihnachten, obwohl sie die Botschaft von Jesus Christus entweder nicht kennen oder nichts davon wissen wollen.

Ein guter Freund sagte mir neulich, er wisse nicht so recht, ob er sich über die vollen Kirchen an Weihnachten und Ostern freuen oder ob er doch lieber darüber weinen solle.

Egal, welche Einstellung man zu Weihnachten hat, was am Ende des Lebens bleibt, ist die Hoffnung - nämlich Jesus Christus: die Hoffnung der Herrlichkeit Gottes.

Amen. - Frohe Weihnachten!


Freitag, 28. November 2025

Angst oder Glaube..?


Angst oder Glaube?

Manchmal passiert es ganz plötzlich oder verstärkt nacheinander. Der Tod kommt um die Ecke. 

Er verschlingt sehr junge Menschen, alte Menschen, kranke Menschen, geliebte Menschen, fröhliche und besonders nette Menschen... 

Familie, Freunde, Kollegen, Nachbarn erfahren vom Tod eines geliebten Menschen. Und dann kommt der Schock... Sie hören die Worte, aber sie können sie nicht glauben. Der geliebte Mensch ist tot. Wie kann das sein? Gestern habe ich doch noch mit ihm oder ihr gesprochen, mit ihm oder ihr gelacht, getanzt, gefeiert. Und jetzt? Der Mensch ist weg... einfach so. Er kommt nicht wieder. 

Nach der Phase des Schocks kommt die Trauer und die Frage, die kleine Kinder ihren Eltern oft stellen: "Warum?" Bei uns Christen ist das nicht anders. Vielleicht fragen wir: Warum, Gott? Warum dieser Mensch? Warum jetzt? Warum ich? Warum wir? 

Auf die Frage nach dem Warum erhalten wir oft keine Antwort von Gott. Im Gegenteil. Wir schauen uns um. Das Leben geht einfach weiter. Die Menschen arbeiten, schlafen, feiern, essen, trinken, heiraten, gründen Familie. Es geht alles immer so weiter. Und du fragst dich, warum? Soll ich jetzt einfach weitermachen, wie gehabt? Der geliebte Mensch ist in meinem Kopf und in meinem Herzen. Ich muss immer an ihn denken. 

In meiner Verzweiflung und Trauer, erinnere ich mich an meinen Vater im Himmel, an Jahwe. Er flüstert mir zu: "Ich bin da." "Ich bin bei dir. Hier. Jetzt." "Hab keine Angst." "Sei still und erkenne, dass ich Gott bin." (Ps 46, 11) "Ich hab alles im Griff." "Es ist schrecklich. Aber sei getrost." "Ich leide mit dir. Du bist nicht allein." "Ich führe dich durch diese furchtbare Zeit hindurch." "Mein Name ist Jahwe; d. h. Ich bin, der ich bin." Und: "Ich bin für dich da. Immer." "Komm in meine Arme, mein Kind. Lass dich von mir trösten.

"Ich leide mit dir. Ich habe meinen Sohn, Jesus, für dich sterben lassen. Ich weiß, wie sich Verlust anfühlt. Ich weiß es aus erster Hand."

Und dann fällt mir ein Psalm aus der Bibel, dem Wort Gottes, ein. Der Psalm 23. Er geht in etwa so:

Jesus, der Sohn Gottes, ist mein Hirte; nichts wird mir fehlen. Jesus weidet mich auf einer grünen Aue und führt mich zum frischen Wasser. Er tröstet meine Seele. 

Jesus führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und auch, wenn es durch das finstere Tal geht - durch Trauer, Tod und Schmerz - fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, Jesus; dein Stecken und Stab trösten mich. 

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl und schenkst mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, weil du Jesus bei mir bist; und ich werde bleiben in deinem Haus für immer.

Und dann sage ich leise Ps 23 vor mich hin. Ich rede mit meinem Papa im Himmel über die geliebte Person. Dann schweige ich vor Jahwe, der allmächtig, allwissend und allgegenwärtig ist, und mich kleinen Menschen trotzdem so liebt, wie ich bin, als sein Kind. Ich vergieße Tränen über den geliebten Menschen. 

Dann stehe ich auf und beginne den Tag, an der Hand meines Gottes, Jahwe.

Und anschließend weine ich mit den Weinenden (Röm 12, 15). Ich sitze bei den Menschen, die leiden und weinen. Ich bin für sie da, so wie mein Papa Jahwe für mich da ist.

Und das reicht...

Ich kann die Welt nicht erklären, ich kann das Leid nicht erklären. Aber ich weiß, Jahwe ist da! Das gibt mir Trost und Hoffnung. Mir und durch mich den Menschen um mich herum.

Amen.